Bei der Ablösung verschiedener Vorgängersysteme entschied sich die NAZ für ein einheitliches Nachrichtenverwaltungs- und Triagetool. Alle Meldungen, darunter etwa Abflussprognosen von Schweizer Flüssen, Erdbebenmeldungen, Faxmitteilungen über Störungen oder Fehlalarme sowie Agenturmeldungen und Behördeninformationen zu Ereignissen im In- und Ausland sollten auf einer einheitlichen Oberfläche vollständig verarbeitet werden können. Für den Aufbau dieser Applikation beauftragte die NAZ nach einer öffentlichen Ausschreibung Netcetera.
Das Notfallmanagement des Bundes stellt hohe Anforderungen
Ziel war ein System, das die hohen Anforderungen im Notfallmanagement erfüllt. Dazu gehören in erster Linie eine einfache Handhabung, gute Suchfunktionen, rasch ausführbare Verarbeitungsschritte zur Kategorisierung und Zuweisung von Nachrichten sowie eine zuverlässige Dokumentation und Ablage der Nachrichten und der erfolgten Arbeitsschritte. Dass die NAZ das System rasch und selbstständig modifizieren kann, war ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Im Einsatz können so neue Kategorien oder Zuweisungsstellen definiert werden. Dies kann von Bedeutung sein, wenn sich zwei Ereignisse zeitlich überlagern und eine Vielzahl eingehender Meldungen rasch einem der beiden Ereignisse und den zuständigen Fachleuten innerhalb der NAZ zugewiesen werden muss. Zuletzt muss jede bearbeitende Stelle der NAZ die Möglichkeit haben, die Nachricht zu kommentieren und so andere Stellen auf Besonderheiten aufmerksam zu machen.
Immer die Übersicht behalten
Die Zuweisung und Kategorisierung der Nachrichten hilft, im Ereignisfall das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Jeder Teilbereich der NAZ (die so genannten Führungsgrundgebiete) sieht primär nur diejenigen Nachrichten, die ihm in der Triage zugewiesen wurden und die noch nicht als "erledigt" gekennzeichnet wurden. Damit bleibt die Übersicht gewahrt. Das Multitasking mit Fax, E-Mail, handschriftlichen Notizen auf ausgedruckten Nachrichten und überfüllten Mailboxen entfällt. Die Nachrichten bleiben immer im selben System.
Alle Mitarbeiter der Nationalen Alarmzentrale haben Zugang - jederzeit und allerorts
Weiter bleibt das System über alle Eskalationsstufen eines Ereignisses dasselbe - ob nun der Pikettdienstleistende nur mit einem einzelnen Fachspezialisten einen Fall bearbeitet, oder ob die ganze NAZ mit allen Führungsgrundgebieten und ihren Verstärkungen und damit mit fast 200 Personen im Einsatz steht. "OpIn" ist browserbasiert, damit alle Mitarbeiter der NAZ von jedem Einsatzclient auf die Ereignismeldungen zugreifen können, ohne dass dafür neue Software installiert werden muss. Das Zufaxen oder Mailen von Dokumenten entfällt.
- Der Pikettdienstleistende der NAZ ist verantwortlich für die Beurteilung eingehender Meldungen und wenn nötig für die Auslösung erster Massnahmen. Mit OpIn hat er ein neues Werkzeug zur Verfügung, um Meldungen rasch zu bearbeiten und zu weiteren internen Stellen weiterzuleiten (Bild: NAZ).
- Steht die NAZ im Einsatz, arbeitet sie mit sieben Abteilungen, sogenannten Führungsgrundgebieten (FGG) und bis zu 200 Personen. OpIn sorgt für die rasche und nachvollziehbare Verteilung der Meldungseingänge zu den betroffenen FGGs (Bild: Matthias Wäckerlin).
- Auch bei grossen Naturereignissen steht die NAZ im Einsatz und schafft einen Überblick über die Situation in der Schweiz. Im Bild die Altstadt von Olten während des Hochwassers im Sommer 2007 (Bild: Kantonspolizei Solothurn)
Netcetera