Financial Wellbeing: Was braucht es wirklich?
Financial Wellbeing. Innosuisse-Projekt mit Bank Cler und ZHAW School of Management and Law. Finanznavigator macht finanzielles Wohlbefinden ganzheitlich messbar und gezielt veränderbar.
Finanzielle Klarheit hängt eng mit dem persönlichen Wohlbefinden zusammen. Das zeigt eine repräsentative Studie der Bank Cler mit der ZHAW School of Management and Law, die den Zusammenhang zwischen finanzieller Klarheit und Wohlbefinden in der Schweiz untersucht. In einem gemeinsamen Projekt mit den beiden Partnern und gestützt auf die Ergebnisse der Studie entwickelt G+D Netcetera ein verhaltensorientiertes Tool, das Kund:innen helfen soll, Financial Wellbeing ganzheitlich messbar und gezielt veränderbar zu machen.
Ziel des Projekts ist es, Menschen in der Schweiz zu befähigen, ihre finanzielle Situation besser zu verstehen und nachhaltig zu stärken. Es wird untersucht, welche Faktoren das finanzielle Wohlbefinden (FWB) beeinflussen, wo individuelle Risiken liegen und wie das FWB gezielt gesteigert werden kann.
Die Untersuchungen stützen sich dabei auf zwei zentrale Grundprinzipien, die den Ansatz im Schweizer Markt bisher einzigartig machen:
Ganzheitlicher Diagnoseansatz
Zum ersten Mal werden objektive Kennzahlen (z.B. Einkommen, Ausgaben) mit subjektiven Einschätzungen (z.B. Sicherheitsempfinden, Zufriedenheit) kombiniert. Diese Verbindung ermöglicht eine präzise, persönliche Standortbestimmung und legt die Basis für eine passgenaue Unterstützung – genau dort, wo sie wirklich gebraucht wird.
Verhaltensorientierung statt nur Informationsvermittlung
Anstatt lediglich Wissen zu vermitteln, wird analysiert, warum gewünschte Verhaltensweisen (noch) nicht umgesetzt werden. Auf dieser Grundlage entstehen konkrete, alltagstaugliche Handlungsempfehlungen.
Das Finanznavigator-Tool wird in Partnerschaft mit der ZHAW School of Management and Law und Bank Cler entwickelt. Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung des Bundes, ist der Sponsor des wissenschaftlichen Teils. G+D Netcetera übernimmt die technische Umsetzung des neuen Moduls. Bank Cler stellt als Anwendungspartnerin sicher, dass das entwickelte Tool im realen Beratungskontext pilotiert und auf Kundennutzen getestet werden kann.
Das Tool basiert auf etablierten Modellen der Gesundheitsverhaltensforschung, welche mit gezielten Anpassungen auf den Finanzbereich angewendet werden soll. Ziel ist es, einen auf die User individuell abgestimmten Veränderungsprozess zur Erhöhung des finanziellen Wohlbefindens zu fördern, indem man gezielt auf Verhaltensbarrieren und Bedürfnisse eingeht.
«Wir freuen uns sehr, Teil dieses spannenden Projekts zu sein und eine Lösung zu kreieren, die nicht nur auf blossen Zahlen basiert, sondern auch die emotionale Komponente berücksichtigt. Mit dem Finanznavigator wollen wir erfassen, wie die eigene finanzielle Situation Menschen in der Schweiz beeinflusst, wie sie sich damit fühlen, und nicht zuletzt, wie sie sie verbessern und dadurch mehr finanzielles Wohlbefinden erlangen.»
Pascal Meier, Senior Product Manager Digital Wealth, G+D Netcetera
Zwar haben 84 % der Befragten einen guten Überblick über ihre Alltagsfinanzen, bei der Altersvorsorge wissen jedoch nur 57 %, wo sie genau stehen. Besonders gross ist die Lücke bei den 18- bis 34-Jährigen und den 50- bis 64-Jährigen, für die eine gezielte Vorsorgeplanung besonders relevant ist. Gleichzeitig empfinden 41 % der Befragten Nervosität, wenn sie über ihre finanzielle Situation nachdenken, und 35 % erleben Gespräche über Geld als stressig.
Menschen mit höherem finanziellem Wohlbefinden gehen ihre Finanzen zudem aktiver an: Sie überprüfen häufiger ihre Ausgaben, sparen regelmässiger und zahlen häufiger in die Säule 3a oder 3b ein.

(Quelle Grafik: ZHAW School of Management & Law und Bank Cler)
Digitale Angebote wie E-Banking und Mobile Apps helfen beim Überblick, ersetzen aus Sicht der Befragten aber nicht die persönliche Beratung – Personen mit einer festen Beratungsperson weisen deutlich häufiger finanzielle Klarheit auf.
Die Studie kommt deshalb zum Schluss, dass verständliche Beratung, Austausch und aktives Finanzverhalten wichtige Hebel sind, um gerade beim Thema Vorsorge mehr finanzielle Klarheit und damit Wohlbefinden zu schaffen.