07. April 2017

Herausforderungen für ältere ICT-Profis

Präsentation unseres CEOs

Andrej Vckovski, unser CEO bei Netcetera, stellte in seinem Vortrag an einem Event der swissICT am 30. März 2017 die Frage, ob man den Beruf eines Informatikers bis ins Pensionsalter ausüben könne.

(Source: Netzwoche)

Anders als im Schweizer Durchschnitt nimmt die Zahl der arbeitslosen Informatiker in der Erhebung des RAVs im Jahr 2013 ab dem 50. Lebensjahr deutlich zu. Für Andrej Vckovski beweise dies jedoch nicht zweifelsfrei, dass ältere Informatiker diskriminiert werden. Tendenziell ist Arbeitslosigkeit in dem Alter ein Problem, eine "bewusste Altersdiskriminierung" kann er aber nicht erkennen, wie er betonte.

Gemeinsame Aufgabe von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Zweifellos sollten ältere Informatiker aber im Beruf gehalten werden, führte Andrej Vckovski weiter aus. Dies sei ein wichtiger Beitrag, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Vor allem müssten Vorurteile gegenüber älteren Mitarbeitern angegangen werden. Meinungen, dass sie teuer, schwer zu führen oder unflexibel sind, seien weit verbreitet. Durch Aspekte wie Erfahrung, Netzwerk in der Branche, eine höhere Belastbarkeit oder Loyalität würden die zuerst genannten Mängel Andrej Vckovskis Meinung zufolge aber aufgehoben.

Zum Abschluss seines Vortrags präsentierte Andrej Vckovski seine Zauberformel. Sie lautet "Weiterbildung". Darunter versteht er Weiterbildung im Beruf (on the job), durch externe Anbieter (off the job) wie auch eine Despezialisierung. Beim dritten Punkt müssten Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber vermeiden, dass Wissenssilos entstehen. Diese würden langfristig beiden Seiten schaden. Der Arbeitgeber werde so abhängig vom Wissen einer Person und gleichzeitig könnte der Mitarbeiter beim Wegfall seines Spezialgebiets hart getroffen werden, falls er den Absprung nicht mehr schafft.

Mitarbeitende sollten daher ein Mix aus Generalist und Spezialist sein. Dies zu erreichen sei Aufgabe von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. "Der Erhalt der Arbeitsfähigkeit ist eine gemeinsame Verantwortung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber", betonte Vckovski. Mit ausreichend Engagement in der Weiterbildung könnten auch Informatiker den Beruf bis zur Pensionierung ausüben, schloss Andrej Vckovski seinen Vortrag.

Motivation für Weiterbildungen steigern

Zum Abschluss des Events diskutierten alle Referenten auf einem Podium über das Problem Informatiker Plus 50 und über Weiterbildungen. Edgar Spieler unterstrich zunächst, dass er keine Anzeichen für eine Altersdiskriminierung in der Informatik sieht. Er ist Leiter Arbeitsmarkt beim Amt für Wirtschaft und Arbeit Zürich. Spieler sieht bei vielen arbeitslosen Informatikern vor allem das Problem, dass sie nicht erkannt haben, welche Fähigkeiten gefragt sind und sich nicht entsprechend weiterbilden. Das RAV könne diesen Fehler nicht reparieren, sondern nur beratend intervenieren und Weiterbildungen vorschlagen, sagte er.

Vckovski hob auf dem Podium hervor, dass es schwierig sei, die Mitarbeitenden für Weiterbildungen zu motivieren. Es brauche daher vom Arbeitgeber bei manchen Personen einen gewissen Anschub. Diesen Punkt unterstich auch Claudia Lienert, Head of Competence Center Software, Development bei SBB IT. Die SBB stelle ihren Mitarbeitern 5 bis 7 Prozent der Arbeitszeit für Weiterbildungen frei, dies werde aber bei weitem nicht von allen ausgeschöpft, sagte sie.
Andrej Vckovski machte daher den Vorschlag, dass Informatiker schon in der Ausbildung lernen sollten, wie man sich weiterbildet. Er sieht die Fähigkeit sich weiterzubilden als eine Sache, die erlernt werden könne.

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