Tokenisierung

Chancen für Online-Händler und PSPs

Die Tokenisierung ist im Grunde genommen ein simpler Vorgang: Die Nummer einer Kreditkarte wird durch eine andere Nummer, einen sogenannten Token, ersetzt – fertig. Ein Token hat eine ganze Reihe von Vorteilen: Er lässt sich mit bestimmten Eigenschaften ausstatten, wie zum Beispiel einer zeitlich beschränkten Gültigkeit oder der Nutzbarkeit nur für einen ganz bestimmten Zweck. Außerdem kann man von einem Token keine Rückschlüsse auf die Original-Kartennummer ziehen. Gelangen Cyber-Kriminelle an einen Token, können sie nichts damit anfangen.

Tokenisierung ist für eine ganze Reihe unterschiedlicher Einsatz-Szenarien sinnvoll und nützlich. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, die erforderlichen Services zu organisieren. Da immer verschiedene Parteien beteiligt sind, führt dies im Hintergrund zu hoher Komplexität.

Handlungsbedarf ist offensichtlich

Ein Blick auf die europäische E-Commerce-Landschaft zeigt, dass 61 Prozent aller Checkout-Prozesse mit Kreditkarten abgewickelt werden. Davon laufen 29 Prozent über Cards-on-File (Kartendaten sind beim Händler dauerhaft gespeichert), 19 Prozent über Guest Checkout und 13 Prozent über Digital Wallets, deren Bedeutung in absehbarer Zeit deutlich zunehmen wird. Die Probleme dabei: Viele Verbraucher finden den Check-Out mit Kreditkarte immer noch zu umständlich und zu kompliziert. Gleichzeitig sind die Missbrauchsraten im E-Commerce um ein Vielfaches höher als am klassischen Point of Sale. Der Handlungsbedarf ist also offensichtlich.

Die Tokenisierungs-Services von American Express, Mastercard und Visa (Network Tokenization) bieten die Chance, mehr Nutzerfreundlichkeit zu schaffen und gleichzeitig für eine höhere Sicherheit zu sorgen. Bei Cards-on-File führt der Ersatz der Original-Kartennummer (PAN, Primary Account Number) durch einen Token zur Reduzierung des Risikos. Die mit dem Token verbundenen Informationen über den Karten-Lebenszyklus können Kaufabbrüche reduzieren und die Nutzerfreundlichkeit weiter verbessern. Das Gleiche gilt für den Guest Checkout. Hier wird außerdem der neue Standard „Secure Remote Commerce“ (SRC), der „MasterPass“ von Mastercard und „Visa Checkout“ ersetzen soll, einen noch reibungsloseren Checkout-Prozess ermöglichen.

Die Nutzung der Tokenisierung hat für Händler auch den großen Vorteil, dass sie sich damit die aufwändigen und regelmäßig wiederkehrenden PCI-Zertifizierungen ersparen können.

Network Tokenization mit vielen Vorteilen

Einige PSPs bieten ihren Händlern eigene Tokenisierungs-Services an. Diese können allerdings lediglich das Risiko vermindern und den Diebstahl von Kartendaten verhindern. Demgegenüber ist die Network Tokenization mit einer ganzen Reihe weiterer Vorteile verbunden: Es kann eine Ende-zu-Ende-Verbindung zwischen Kartenherausgeber und Händler geschaffen werden, was sich positiv auf die Genehmigungs-Rate auswirkt, da Karten bei Ablauf automatisch erneuert werden können. Transaktion werden genauso wie bei Card Present Payments mit einem Kryptogramm versehen, was die Sicherheit und die Akzepttanzrate wesentlich verbessert.

Auch der Benutzer merkt einen Fortschritt: Im Checkout kann das Originalkartenbild und nicht nur seine Kartennummer angezeigt werden, um das Vertrauen des Kunden zu stärken.

Zudem stellt die Network Tokenisierung eine Basis für weitere Neuerungen bereit: Die Anforderungen der PSD2 an starke Kundenauthentifizierung können leichter erfüllt werden; eine Delegation der Authentifizierung an den Händler erlaubt ein gesetzeskonformen One-Click Checkout und künftig wird auch der Guest-Checkout mit Secure Remote Commerce die Nutzung der Network Tokenization weiter voranbringen.

Um Händlern und PSPs die Nutzung der Network Tokenization zu erleichtern, hat Netcetera eine Lösung entwickelt: den ToPay eCom Token Connector. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die PSPs und Händlern eine unkomplizierte Anbindung an die Tokenisierungs-Services der Kartenorganisationen ermöglicht.

Wie die Kartenorganisationen übereinstimmend berichten, zeichnet sich in der Praxis deutlich ab, dass die Nutzung der Network Tokenization die Quoten der genehmigten Transaktionen im Vergleich zur herkömmlichen Abwicklung um bis zu sechs Prozent steigen lässt. Im Klartext: Händler können von einer höheren Conversion profitieren.

Kurt Schmid: „Wir können nur jedem Online-Händler und jedem PSP sehr empfehlen, sich intensiv mit Network Tokenization zu beschäftigen und entsprechende Planungen aufzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand.“

Das Webinar zum Thema

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Netzwerk-Tokenisierung für Händler und PSPs: Vorteile und Möglichkeiten

Dieses Webinar hilft PSPs, Acquirern und Händlern zu verstehen, was die Vorteile und Möglichkeiten der Netzwerk-Tokenisierung sind. Die Kartenherausgeber lernen die leichten Unterschiede zur Tokenisierung für Wallets kennen.

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